Eine Online-Petition sorgt derzeit für Aufmerksamkeit: Mehr als 134.000 Menschen haben sich bereits dafür ausgesprochen, den Entertainer und Moderator Hape Kerkeling als gemeinsamen, parteiübergreifenden Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten vorzuschlagen. Die Initiative richtet sich an die demokratischen Parteien im Bundestag und wirbt für eine Persönlichkeit, die über Parteigrenzen hinweg breite Zustimmung finden könnte.
Initiator der Petition, Mark Wege, begründet seinen Aufruf damit, dass Deutschland in einer Zeit gesellschaftlicher Spannungen eine Persönlichkeit an der Staatsspitze brauche, die Menschen zusammenführen könne. Hape Kerkeling stehe für Humor, Menschlichkeit, Toleranz und Dialog – Eigenschaften, die nach Ansicht der Initiatoren gerade in der heutigen Zeit von besonderer Bedeutung seien. Ziel sei es, mit einem parteiübergreifenden Kandidaten ein Zeichen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu setzen.
In der Petition wird außerdem auf Kerkelings Rede beim Gedenkakt in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald verwiesen. Die Initiatoren sehen darin ein eindrucksvolles Bekenntnis zu Demokratie, Erinnerungskultur und Verantwortung. Seine Worte hätten gezeigt, dass er gesellschaftliche Themen ernst nehme und Deutschland auch auf internationaler Ebene würdig repräsentieren könne.
Befürworter der Petition argumentieren, dass das Amt des Bundespräsidenten nicht zwingend von einer klassischen Politikerin oder einem klassischen Politiker ausgeübt werden müsse. Vielmehr könne auch eine bekannte Persönlichkeit aus Kultur oder Gesellschaft das Land glaubwürdig vertreten und Menschen unterschiedlicher politischer Ansichten miteinander verbinden.
Ob die Forderung tatsächlich politische Auswirkungen haben wird, ist derzeit offen. Die Wahl des Bundespräsidenten erfolgt durch die Bundesversammlung, die sich aus den Mitgliedern des Deutschen Bundestages sowie Delegierten der Länder zusammensetzt. Eine öffentliche Petition hat dabei keine rechtlich bindende Wirkung, kann jedoch den politischen Diskurs beeinflussen und Aufmerksamkeit für ein Thema schaffen.