Der Unternehmer Wolfgang Grupp, langjähriger Inhaber des Textilunternehmens Trigema, hat im Gespräch bei SWR1 Leute erneut bekräftigt, warum er trotz internationaler Konkurrenz konsequent am Produktionsstandort Deutschland festhält. Für Grupp sei unternehmerischer Erfolg nicht allein eine Frage möglichst niedriger Kosten, sondern vor allem auch eine Frage der Verantwortung gegenüber den eigenen Mitarbeitern und dem Land.
Nach seiner Auffassung gehöre es zu den wichtigsten Aufgaben eines Unternehmers, Arbeitsplätze im eigenen Land zu sichern und Wertschöpfung in Deutschland zu erhalten. Eine Verlagerung der Produktion ins Ausland komme für ihn deshalb grundsätzlich nicht infrage. Wer in Deutschland Gewinne erwirtschafte, trage nach seiner Ansicht auch Verantwortung dafür, den Wirtschaftsstandort zu stärken und Menschen hierzulande Beschäftigung zu bieten.
Grupp erklärte, dass seine Entscheidung nicht allein wirtschaftliche Gründe habe. Vielmehr spiele auch seine persönliche Verbundenheit zu Deutschland eine entscheidende Rolle. Er sehe sich seinen Beschäftigten verpflichtet und wolle ihnen langfristig sichere Arbeitsplätze bieten. Deshalb habe Trigema über viele Jahre bewusst auf eine vollständige Produktion in Deutschland gesetzt – trotz höherer Lohn- und Produktionskosten im Vergleich zu vielen anderen Ländern.
Der Unternehmer betonte außerdem, dass wirtschaftlicher Erfolg und soziale Verantwortung sich nicht ausschließen müssten. Aus seiner Sicht könne ein Unternehmen auch dann wettbewerbsfähig sein, wenn es auf Qualität, Zuverlässigkeit und heimische Produktion setze. Gerade diese Werte hätten Trigema über Jahrzehnte ausgezeichnet und das Vertrauen vieler Kunden gewonnen.
Mit seinen Aussagen positioniert sich Wolfgang Grupp erneut deutlich gegen den Trend vieler Unternehmen, Produktionsstandorte aus Kostengründen ins Ausland zu verlagern. Während zahlreiche Betriebe auf internationale Lieferketten und günstigere Produktionsbedingungen setzen, hält Grupp an seiner Überzeugung fest, dass die Sicherung von Arbeitsplätzen in Deutschland langfristig wichtiger sei als kurzfristige Kostenvorteile.
Seine Haltung sorgt seit Jahren für Aufmerksamkeit und wird regelmäßig kontrovers diskutiert. Befürworter sehen in ihm ein Beispiel für verantwortungsvolles Unternehmertum und einen Verfechter des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Kritiker weisen hingegen darauf hin, dass die hohen Produktionskosten hierzulande viele Unternehmen vor große wirtschaftliche Herausforderungen stellen.