Der ehemalige Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat angesichts der aktuellen Hitzewelle eindringlich vor den gesundheitlichen Folgen extremer Temperaturen gewarnt. In einem Beitrag auf der Plattform X erklärte er, dass bereits in dieser Woche europaweit mehrere tausend Menschen an den Folgen der Hitze sterben könnten. Besonders alarmierend sei nach seiner Einschätzung die Situation in Deutschland, wo vor allem ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen einem deutlich erhöhten Gesundheitsrisiko ausgesetzt sind.
Für Berlin rechnet Lauterbach nach eigenen Angaben mit rund 300 hitzebedingten Todesfällen. Er verwies darauf, dass extreme Temperaturen insbesondere für Senioren, Herz-Kreislauf-Patienten sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen lebensbedrohlich werden können. Auch Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser stünden während solcher Hitzewellen vor zusätzlichen Herausforderungen, da die Versorgung besonders gefährdeter Menschen intensiviert werden müsse.
Laut Lauterbach sei die aktuelle Wetterlage kein Einzelfall, sondern Ausdruck eines langfristigen Trends. Er bezeichnete den Klimawandel als einen „medizinischen Notfall“ und betonte, dass die gesundheitlichen Auswirkungen extremer Hitze häufig unterschätzt würden. Nach seiner Ansicht müsse der Schutz der Bevölkerung vor Hitze künftig einen deutlich höheren Stellenwert in der Gesundheits- und Klimapolitik erhalten.
Experten weisen seit Jahren darauf hin, dass Hitzewellen zu den gefährlichsten Naturgefahren in Europa zählen. Anders als bei Unwettern oder Überschwemmungen entwickeln sich die gesundheitlichen Folgen oft schleichend. Besonders ältere Menschen verspüren häufig erst spät ein Durstgefühl, wodurch das Risiko einer Dehydrierung steigt. Gleichzeitig können hohe Temperaturen Herz und Kreislauf stark belasten und bestehende Erkrankungen verschlimmern.
Gesundheitsbehörden empfehlen deshalb, ausreichend Wasser zu trinken, direkte Sonneneinstrahlung während der Mittagsstunden zu meiden und körperliche Anstrengungen möglichst auf die kühleren Morgen- oder Abendstunden zu verlegen. Räume sollten, wenn möglich, kühl gehalten werden. Angehörige und Nachbarn werden zudem dazu aufgerufen, insbesondere ältere oder alleinlebende Menschen regelmäßig zu kontaktieren und bei Bedarf zu unterstützen.
In mehreren europäischen Ländern werden in den kommenden Tagen Temperaturen von über 35 Grad erwartet. Teilweise könnten lokal sogar Werte von über 40 Grad erreicht werden. Behörden beobachten die Entwicklung aufmerksam und haben vielerorts Hitzewarnungen ausgesprochen.
Die Aussagen von Karl Lauterbach sorgen erneut für eine Diskussion über den Umgang mit zunehmenden Hitzewellen und die Frage, welche Maßnahmen notwendig sind, um die Bevölkerung künftig besser vor den gesundheitlichen Folgen extremer Temperaturen zu schützen.
Quelle: Karl Lauterbach auf X